Abschiednehmen wird im Fernsehen sehr unterschiedlich begangen. Wenn Sendungen überraschend abgesetzt werden oder Arbeitsverhältnisse unrühmlich enden, wird der Mantel des Schweigens darüber gedeckt. Aber es gibt auch die große und feierliche Form des Rücktritts: Wie am 24. Juni, als Anne Will und Sabine Christiansen von ihren ARD-Ämtern zurücktraten. Sabine Christiansen wurde mit einem „Dittsche“-Ausschnitt geehrt, bei Anne Will eilte die ganze „Tagenthemen“-Belegschaft zum ehrenden Gedenken herbei. Bei Personalwechsel in ARD-Nachrichtensendungen ist das durchaus üblich, auch Ulrich Wickert ist auf diese Weise vom Sender gegangen. Das sieht so aus, als würde ein Lebenswerk geehrt, als wäre da jemand reif für das Fernsehverdienstkreuz. Im großen ARD-Personalroulette werden das nicht die letzten Abtritte gewesen sein.
Alles schon wieder Geschichte! Die PräsidentInnenwahl in Frankreich und die dazugehörige Berichterstattung präsentierte uns ganz zufällig zwei Schwestern im Geiste: Ségolène Royal und Anne Will. Die Beinahe-Präsidentin und die Ex-Tagesthemenfrau vereinte nicht nur eine starke optische Ähnlichkeit, sondern auch das Talent, unangenehme Aufgaben mit Charme zu bewältigen. Nur zum Vergleich: Man stelle sich mal vor, im französischen Fernsehen würde eine wie Angela Merkel aussehende Frau die Nachrichten lesen. Unmöglich. Dagegen zeigt der letztlich zum französischen Präsidenten gewählte Nicolas Sarkozy starke Übereinstimmungen mit der Comicfigur Isnogud. Diese vor über vierzig Jahren vom Asterix-Autoren René Goscinny erfundene Gestalt ist nun Wirklichkeit geworden. Isnogud, ein Großwesir, der immerzu Kalif werden will – irgendwie stimmt das nun auch.
Der Bildungskanal BR alpha strahlt seit einiger Zeit die Tagesschau von vor 25 Jahren aus. Das ist ja nichts Neues, in den dritten Programmen war sowas schon öfter der Fall. Aber die Sendezeit ist interessant: Jeden Abend um 19.45 Uhr versteckt sich bei BR alpha hinter dem Programmpunkt „Viertel vor“ die Alt-Tagesschau. Mehr »
Sacha Baron Cohen ist nun praktisch durch alle Medien gereicht worden. Anlässlich seines Filmes „Borat“ wurde er zumeist in einem badeanzug-ähnlichen Einteiler gezeigt. Hier drängt sich ein grundsätzlicher Vergleich auf: Was Freddie Mercury im Laufe seiner Karriere so an Bühnenkleidung getragen hat, ist diesem Outfit nicht ganz unähnlich. Genau diese Kombination (kastenförmiger Schnurrbart, ausführliche Körperbehaarung, hautenges Dress) hat früher den Queen-Sänger optisch definiert. Mehr »